Wie können Städte öffentliche Dienstleistungen digitaler, nachhaltiger und resilienter gestalten? Dieser Frage widmete sich die Studienreise von VÖWG und VKÖ nach Málaga. Vom 28. Juni bis 2. Juli 2026 tauschten sich Vertreter:innen kommunaler Unternehmen und des Wiener Gemeinderates mit spanischen Expert:innen über innovative Lösungen für Wasser, Energie, Mobilität, Kreislaufwirtschaft und Stadtentwicklung aus.
Málaga als Smart City
Málaga hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von einer stark vom Tourismus geprägten Stadt zu einem der bedeutendsten Technologie- und Innovationsstandorte Südeuropas entwickelt. Unter dem Leitthema „Smart City“ bot die Studienreise Einblicke in die Frage, wie digitale Technologien gezielt eingesetzt werden können, um die kommunale Daseinsvorsorge effizienter, klimafreundlicher und krisenfester zu gestalten.
Das vielfältige Programm führte die Delegation zu städtischen Unternehmen, Verwaltungseinrichtungen und Technologiezentren. Beim kommunalen Wasserversorger EMASA standen intelligente Wassernetze, digitale Leckageerkennung und die Verbindung von Wasser- und Energieinfrastruktur im Fokus. Das städtische Verkehrsunternehmen EMT präsentierte seine Ansätze zur Dekarbonisierung des öffentlichen Verkehrs.
Weitere Stationen waren das Nationale Zentrum für digitale Inhalte, das städtische Verkehrskontrollzentrum, der Málaga TechPark sowie das Technologieunternehmen Tupl. Dort wurde deutlich, welche Möglichkeiten künstliche Intelligenz, Sensorik und vernetzte Daten für die Steuerung kritischer Infrastrukturen eröffnen. Ergänzt wurde das Programm durch Gespräche zu integrierter Stadtentwicklung, leistbarem Wohnen, Gebäudesanierung, Kreislaufwirtschaft und Hochwasserschutz.
Austausch auf Augenhöhe
Ein zentraler Mehrwert der Reise lag im direkten Austausch mit den Verantwortlichen vor Ort. Die offenen Gespräche ermöglichten einen praxisnahen Einblick in die Chancen, aber auch in die Herausforderungen der digitalen Transformation. Dabei zeigte sich, dass viele Fragestellungen, mit denen Málaga konfrontiert ist, auch österreichische Städte und kommunale Unternehmen beschäftigen: Wie lassen sich bestehende Infrastrukturen modernisieren? Wie können Daten sinnvoll genutzt werden? Und wie gelingt es, Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Leistbarkeit miteinander zu verbinden?
Die Studienreise bot zugleich Raum, die Erfahrungen aus Málaga mit den Perspektiven der österreichischen Teilnehmer:innen zu spiegeln. Gerade dieser wechselseitige Austausch machte deutlich, dass erfolgreiche Lösungen selten unverändert übertragen werden können, wohl aber wertvolle Impulse für die eigene Arbeit liefern.
Europäische Vernetzung als Grundlage für gemeinsame Lösungen
Die Reise unterstrich außerdem die Bedeutung der europäischen Vernetzung. Städte und kommunale Unternehmen stehen in ganz Europa vor vergleichbaren Herausforderungen. Der persönliche Kontakt zu Partner:innen aus anderen Mitgliedstaaten erleichtert es, voneinander zu lernen, erfolgreiche Ansätze weiterzuentwickeln und gemeinsame Interessen auf europäischer Ebene sichtbar zu machen.
Málaga zeigte dabei anschaulich, dass eine Smart City nicht allein durch einzelne technische Projekte entsteht. Entscheidend sind eine langfristige Strategie, die Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, öffentlichen Unternehmen, Wissenschaft und Wirtschaft sowie der kontinuierliche Austausch über institutionelle und nationale Grenzen hinweg.
Die Studienreise hat zahlreiche neue Kontakte, konkrete Anregungen und wertvolle Perspektiven für die weitere Arbeit von VÖWG und VKÖ geschaffen. Unser besonderer Dank gilt allen Organisationen, Unternehmen und Gesprächspartner:innen, die uns in Málaga empfangen, Einblicke in ihre Arbeit ermöglicht und uns bei der Vorbereitung und Durchführung der Reise unterstützt haben. Málaga hat eindrucksvoll verdeutlicht, dass eine Smart City vor allem dort entsteht, wo Technologie, öffentliche Dienstleistungen und die Bedürfnisse der Menschen gemeinsam gedacht werden.